Randensaft bzw. Nitrat werden immer wieder mit einer erhöhten Leistung im Ausdauersport in Verbindung gebracht. Aufgrund der aktuellen Datenlage konnte dieser Effekt noch nicht vollends bewiesen werden. Zudem ist unklar, wie sich Nitrat bei intermittierender Belastung auf die Leistung auswirkt. Dies wurde in folgender Studie untersucht und zeigt erstaunliche Resultate.
Mehrere Studien zeigten, dass die Einnahme von Nitrat (NO3–) einen positiven Effekt auf die Leistung während submaximalen Ausdauerbelastungen bewirkt. Zudem hat sich herausgestellt, dass durch die Einnahme von Nitrat bei repetitiven, hoch-intensiven Belastungen weniger Kreatinphosphat (PCr) verbraucht wird und die PCr-Speicher schneller wieder aufgefüllt werden können. Es scheint wahrscheinlich, dass sich dadurch auch die Leistung verbessert. Aufgrund dieser physiologischen Annahme vermutet man eine Leistungsverbesserung durch die Einnahme von Nitrat bei intermittierenden, hoch-intensiven Belastungen. Die folgende Studie hat nun genau diese Annahmen in drei verschiedenen Sprintprotokollen auf dem Fahrradergometer untersucht.
Methode
- Doppelblind, Placebo-kontrolliert, randomisiert, cross-over
- 10 junge, männliche Mannschaftssportler; ausdauertrainiert (V̇O2peak 58 ± 8 ml/min/kg)
- Während 5 Tagen Randensaft (4.1 mmol Nitrat pro 70 ml) oder Placebo (Randensaft mit 0.4 mmol Nitrat pro 70 ml)
- Tage 1 und 2: Einnahme am Morgen und Abend jeweils 70 ml
- Tage 3, 4 und 5: Tests und Einnahme von 140 ml 2.5 h vor Test (an Tage 3 und 4 zusätzlich 70 ml 3 h nach Test)
- Tests auf Fahrradergometer (je 1 Test an Tag 3, 4 oder 5):
- 24 x 6 s Sprints mit 24 s Pause
- 7 x 30 s Sprints mit 240 s Pause
- 6 x 60 s Sprints mit 60 s Pause
- Messparameter: durchschnittliche Leistung während der einzelnen Sprints, Nitrit- und Laktatkonzentrationen im Blut
Ergebnisse
- Bei 24 x 6 s Sprints Durchschnittsleistung über alle Sprints signifikant höher (+5 %) mit Randensaft
- Keine Leistungsveränderungen bei 7 x 30 s und 6 x 60 s Sprints nach Einnahme von Randensaft
- Laktat bei 24 x 6 s und 7 x 30 s Sprints signifikant höher nach Einnahme von Randensaft
Kommentar
Randensaft scheint bei kurzen, repetitiven Sprintbelastungen im hoch-intensiven, maximalen Bereich mit kurzen Erholungspausen eine Leistungssteigerung zu bewirken. Längere Sprintintervalle ab 30 s mit längerer Erholungsphase zeigten keine Leistungsveränderung durch die Einnahme von Randensaft.
Literatur