Wasserpolo ist eine Teamsportart, welche sich ausgeprägt durch ihre intensiven intermittierenden Sprintleistungen auszeichnet. Aus diesem Grund konnte man auch feststellen, dass ein Wasserpolospiel zur Akkumulierung von Laktat führt. Durch Puffersubstanzen wie Bicarbonat oder Beta-Alanine kann bei solch hoch-intensiven Belastungen die Leistung gezielt verbessert werden. Ob dies jedoch auch beim Wasserpolo funktioniert, wurde hier erstmals untersucht.

 Das Wasserpolo zeichnet sich durch seine kurzzeitigen Schwimm-Sprints aus, welche die Athleten während eines Matches bewältigen. Dabei dauern die Sprints meist weniger als 10 Sekunden mit längeren Pausen von relativ tiefer Intensität dazwischen. Die Sportart charakterisiert sich jedoch auch durch den Kontakt mit dem Gegner, durch Blockierung aber auch durch das Werfen vom Ball ins Tor. Auch diese Teile des Matches können sehr intensiv sein, was bei starker Ermüdung die Treffsicherheit vermindern kann. Eine Möglichkeit, diese hoch-intensiven Belastungen besser zu ertragen oder bei gleicher Belastung weniger stark zu ermüden, scheint der Einsatz von Puffersubstanzen darzustellen. Auch Beta-Alanin gehört zu diesen Puffersubstanzen, wobei jedoch nicht die Blutpufferkapazität erhöht wird, sondern direkt die Pufferkapazität im Muskel. Aus diesem Grund haben sich diese Wissenschaftler zum Ziel gesetzt, die Auswirkung einer Beta-Alanin Supplementierung auf die Leistung in einer simulierten Wasserpolo-Belastung zu untersuchen.

Methode

  • Randomisiertes, Placebo-kontrolliertes und doppelblindes Studiendesign, zwei Gruppen
  • 15 junge Wasserpolospieler (postpubertär), Alter: 16 ± 2 Jahre, 4 Stunden tägliches Training
  • Sechs Wochen Supplementation mit Beta-Alanin oder Placebo
  • 4 g Beta-Alanin oder Placebo (Dextrose) über den Tag verteilt eingenommen
  • Leistungstest: 200 m Schwimmen, spezifischer Wasserpolo Test mit wiederholten Sprints und Torschuss (WTS+T), 30-s Schwimmleistung plus „Eggbeater kick“

Ergebnisse

  • WTS+T: Vermutlich schnellere Durchschnitts- und Gesamtzeit nach Beta-Alanin Einnahme, jedoch nicht signifikant
  • WTS+T: Signifikant höhere Wurfgeschwindigkeit nach Beta-Alanin Einnahme, signifikant tiefere Laktatwerte nach Placebo und Beta-Alanin Supplementation
  • Keine signifikanten Unterschiede im 30-s Schwimm- plus „Eggbeater kick“-Test
  • 200 m Schwimmen: Beta-Alanin scheint tendenziell vorteilhaft zu sein, jedoch kein signifikanter Unterschied

Kommentar

Die Einnahme von Beta-Alanin scheint tendenziell die Leistung im Wasserpolo bei jungen Athleten zu erhöhen. Weitere Studien sind sicher notwendig, um die Auswirkungen von Beta-Alanin noch genauer in sportartspezifischen Situationen zu untersuchen.

Literatur

Claus et al. Beta-Alanine Supplementation Improves Throwing Velocities in Repeated Sprint Ability and 200-m Swimming Performance in Young Water Polo Players. 2017 Pediatric Exercise Science, 29, 203-212