Die Female Athlete Triad umschreibt seit 1992 ein komplexes Problem im Frauensport. Sie verknüpft eine tiefe Energieverfügbarkeit, beeinträchtigte Knochengesundheit und Menstruationsstörungen. Die letzten gut 20 Jahre haben nun gezeigt, dass die Grundrpoblematik einer zu tiefen Energiezufuhr weit komplexer ist und nicht nur Frauen betrifft. Anfang 2014 wurde daher der «Relative Energiemangel im Sport» (RED-S) als Erweiterung der Triade erstmals beschrieben.
RED-S definiert eine beeinträchtigte Funktion des Körpers, welche unter anderem Grundumsatz, Menstruation, Knochengesundheit, Immunsystem, Proteinsynthese und kardiovaskuläre Gesundheit betrifft, und die einen relativen Energiemangel als Ursache hat. Der relative Energiemangel entsteht aus einem Ungleichgewicht zwischen dem Energieverbrauch von Athlet/innen (inkl. Energie für Wachstum und sportliche Leistungen) und der Energiezufuhr. Im Gegensatz zur ursprünglichen Triade besagt RED-S, dass weit mehr als nur drei Bereiche betroffen sind.
Im 2014 veröffentlichten Konsens des Int. Olympischen Komitees finden sich alle Hintergrundinformationen zu RED-S (1), kürzlich gab es ein Update dazu (2). RED-S beeinträchtigt nicht nur die Gesundheit, sondern auch die (mittel- und langfristige) Leistungsfähigkeit von Athlet/innen. Psychologische Probleme können eine Ursache des relativen Energiemangels sein, oder auch eine Folge davon.
Im RED-S Konsens sind auch eine Anleitung zur detaillierten Abschätzung des Risikos für RED-S wie auch ein Return-to-Play Modell enthalten. Der Konsens wie auch die aktuelle Erweiterung sind ein „Must read“ für alle, welche in Risikosportarten bezüglich eines relativen Energiemangels tätig sind. Beide Artikel sind frei verfügbar.
Literatur
- Mountjoy M. et al. (2014): The IOC consensus statement: beyond the Female Athlete Triad–Relative Energy Deficiency in Sport (RED-S). Br. J. Sports Med. 48: 491–497. (Frei verfügbar)
- Mountjoy M. et al. (2015): Authors’ 2015 additions to the IOC consensus statement: Relative Energy Deficiency in Sport (RED-S). Br. J. Sports Med. 49: 417–420. (Frei verfügbar)