Eine sinnvolle Zufuhr an Kohlenhydraten während sportlichen Wettkämpfen ab rund 45 bis 60 min Dauer kann die Ermüdung hinauszögern. Energie-Gels stellen dabei eine mögliche Quelle für Kohlenhydrate dar, ihre Zusammensetzung wird aber weit seltener diskutiert als diejenige von Sportgetränken. Dabei variiert ihre Zusammensetzung weit mehr als bei Sportgetränken.

Energie- und Flüssigkeitszufuhr während sportlicher Leistung soll die Ermüdung hinauszögern. Entsprechende Sportnahrung muss zudem gut verdaulich sein und den Magen-Darm-Trakt möglichst wenig belasten. Sportgetränke wurden diesbezüglich gut untersucht und die wesentlichen Faktoren, welche gastrointestinale Probleme während der Belastung verursachen, sind bekannt. Ein zu hoher Kohlenhydratgehalt und eine zu hohe Osmolalität erhöhen das Risiko von Magen-Darm-Problemen, sinnvoll zusammengesetzte Sportgetränke berücksichtigen dies. Energie-Gels sind diesbezüglich noch wenig erforscht. Einen Anhaltspunkt liefert jetzt die vorliegende Arbeit, in der unter anderem der Kohlenhydratgehalt und die Osmolalität von Energie-Gels untersucht wurden.

Methode

  • 31 Energie-Gels von 23 Marken, mehrheitlich aus dem Britischen Markt
  • Analyse der Osmolalität
  • Kohlenhydratgehalt gemäss Angaben der Hersteller

Ergebnis

  • Die meisten Gels hatten 20-30 g Kohlenhydrate pro Portion, höchster Gehalt war 51 g
  • Durchschnittliche Osmolalität: 4400 mmol/kg; Bereich: 300 bis 10’000 mmol/kg

Kommentar

Die enorme Variation bei der Osmolalität ist ein klarer Hinweis dafür, dass jedes Energie-Gel einzeln beurteilt werden muss – genauso wie bei den Sportgetränken. Ab welcher Osmolalität eines Energie-Gels nennenswerte gastrointenstinale Probleme auftreten, ist schwierig zu beurteilen. Aber in Anbetracht, dass für Sportgetränke eine optimale Osmolalität von rund 220-250 mmol/kg gilt, dürften Gels von mehreren 1000 mmol/kg nicht gerade eine rasche Magenentleerung und Absorption im Darm fördern. Die Osmolalität von Gels kann sicherlich gesenkt werden, wenn unmittelbar nach Einnahme Wasser getrunken wird. Aber bei Osmolalitäten ab rund 2000 mmol/kg (entsprechend 70 % der analysierten Gels) müsste man schon zu viel Wasser trinken, um eine optimale Osmolalität des Gel-Wasser-Gemisch zu erzielen. Bei einem Einsatz von Energie-Gels gilt daher die Devise: Ausprobieren und auf das… Bauchgefühl achten.

Literatur

  1. Zhang X. et al. (2015): Extreme variation of nutritional composition and osmolality of commercially available carbohydrate energy gel. Int. J. Sport Nutr. Exerc. Metab. in press