Seit geraumer Zeit stehen Antioxidantien in der Diskussion. Während vieler Jahre erhoffte man sich positive Effekte bei Supplementierung mit Antioxidantien – sowohl für die Gesundheit wie auch zur Unterstützung von sportlichen Leistungen. Aber die letzten Jahren zeigten, dass sich nicht alle Hoffnungen erfüllen.
Antioxidantien zählen mit Bestimmtheit zu den beliebtesten Supplementen. Auch im Sport. Sobald etwas intensivere Leistungen auf dem Plan stehen, erfolgt rasch einmal der Griff nach Vitaminen und Mischungen von Antioxidantien. Intensivere muskuläre Leistung geht mit einem höheren Sauerstoffumsatz einher und somit auch mit einer höheren Produktion von Sauerstoffradikalen. Ein erhöhter oxidativer Stress ist eine Folge von erhöhter Radikalbelastung, und daher ist der Schluss durchaus naheliegend, sich mit Antioxidantien vor diesem Stress zu schützen.
Theoretische Schlüsse erweisen sich nach experimenteller Überprüfung aber manchmal als Trugschluss. Im Falle der Antioxidantien im Sport wurden viele Untersuchungen durchgeführt. Die jüngste Zusammenfassung dieser Studien im «Sports Medicine» erstaunt nur noch wenige Fachleute. Der erste «Key Point» des Reviews lautet: «Chronische Einnahme von antioxidativen Supplementen ist wahrscheinlich schädlich». Dies stimmt mit der Philosophie überein, dass ohne klinische Notwendigkeit keine Supplemente chronisch einzunehmen sind. Bei klinisch ermitteltem Mangel ist immer die Überlegung wert, ob man den Mangel nicht besser über eine verbesserte Lebensmittelwahl korrigieren kann, bevor man zu Supplementen greift. Denn kein Supplement dieser Welt kann Lebensmittel ersetzen.
Die weiteren Key Points des Reviews sind, dass akute Einnahme von Vitamin E wie auch N-Acetylcystein zur Wettkampfszeit unter Umständen die Leistung verbessern könnte. (Dies sollte immer individuell betrachtet und mit den akuten Zielen abgestimmt werden.) Polyphenole könnten auch von Interesse sein. Aber die Datenlage ist weit davon entfernt, überzeugend zu sein. Hier gilt die klassische Aussage: Mehr Forschung ist notwendig…
Literatur