In der Hitze, kann ein übermässiger Anstieg der Körperkerntemperatur während der Belastung zu einem leistungsvermindernden Faktor werden. Es gibt dabei verschiedene Techniken, um die Körpertemperatur vor, während und nach dem Training in der Hitze zu senken, um genau diese Problematik vorzubeugen. Dazu gehört die Einnahme von kaltem Wasser oder den sogenannten „Ice-Slurries“. Diese Methode könnte interessant sein für Athleten mit thermoregulatorischen Einschränkungen (Rückenmarksverletzungen, Verbrennungen) und Athleten mit einer Ausrüstung, welche die Schweissverdunstung erschwert oder verhindert.

Der Körper produziert während einer körperlichen Betätigung sehr viel Energie, welche in Form von Wärme abgegeben wird. Um den Körper in einem physiologischen Gleichgewicht zu halten, versucht er, die Wärme, welche frei wird, mit Massnahmen wie der Schweissproduktion los zu werden. So kann verhindert werden, dass die Körpertemperatur übermässig ansteigt und die Körperfunktionen negativ beeinflusst werden. In speziellen Situationen wie zum Beispiel in extremer Hitze, schafft es der Körper nicht mehr, den Körper angemessen zu kühlen. Es kommt zu einem übermässigen Anstieg der Körpertemperatur und damit verbunden, zu einer verminderten Leistung. Durch andere externe Kühlmethoden, wie Kühlwesten, Eis-Nackentücher oder „Ice-Slurries“, kann der Körper zusätzlich gekühlt werden und einer Leistungsverminderung entgegengewirkt werden. Dieser Review fasst die wissenschaftlichen Studien im Bereich der „Ice-Slurries“ zusammen und empfiehlt, wann diese Methode am geeignetsten ist.

Methode

Narrativer Review bestehend aus 26 wissenschaftlichen Publikationen

Ergebnisse

  • Einnahme vor Belastung:besser geeignet zur Verminderung der Körperkerntemperatur als Einnahme während der Belastung, ca. 0.5 °C tiefere Körperkerntemperatur in Ruhe, möglicherweise eine verzögerte Schweissproduktion während der Belastung und somit erhöhter Anstieg der Temperatur
  • Einnahme während der Belastung: möglicherweise nur sinnvoll bei sehr heissen Temperaturen, hoher Feuchtigkeit und bei windarmen Verhältnissen
  • Einnahme nach der Belastung: Schweissverlust nach der Belastung nimmt rapide ab, weitere Kühlung mit „Ice-Slurries“ könnte im Hinblick auf die Erholung von Vorteil sein
  • Einsatz abhängig von Sportart: bei geringerem Luftfluss (Bsp. Laufen) geeigneter als bei hohem Luftfluss (Bsp. Fahrrad)
  • Höhere Wirksamkeit bei Athleten mit verminderter Schweissproduktion oder beim Tragen einer Sportausrüstung, welche die kühlende Wirkung der Schweissproduktion vermindert.

Kommentar

Diese Kühlmethode schein nicht für alle Situationen geeignet zu sein. Ein Effekt konnte meist nur dann beobachtet werden, wenn die Kühlung des Körpers nicht durch Schweissverdunstung garantiert wird oder ineffizient ist. Bei effizienter Kühlung durch Schwitzen wird eine Einnahme von kaltem Wasser bzw. „Ice-Slurries“ nicht empfohlen. Als Kühlmethode vor oder nach einer Belastung kann diese Methode bei Personen mit eingeschränkter Kühlfunktion (Bsp. Behindertensport, Sportarten mit Ausrüstung mit verminderter Kühlfunktion) bzw. unter spezifischen Umweltbedingungen (Bsp. Hohe Umgebungstemperatur und/oder Luftfeuchtigkeit) in Betracht gezogen werden.

Literatur

Ollie J.et al. (2018). Cold water and ice slurry ingestion for reducing body temperature during exercise in the heat. Sports Science Exchange