Protein gilt allgemein als der Makronährstoff mit dem grössten Sättigungspotential. Eine hohe Proteinzufuhr könnte daher den Appetit stark senken und im Extremfall dazu führen, dass man insgesamt zu wenig isst. Gilt dies auch für Molkenprotein und steigt die Sättigung mit zunehmender Proteinmenge?
Bei den Proteinen lautet im Sport die übliche Empfehlung rund 1.5 g pro kg Körpergewicht pro Tag. Dabei soll das Protein in Portionen von rund 20-25 g eingenommen werden, verteilt über den Tag und die Trainings berücksichtigend. Bei leichten oder normalgewichtigen Personen ist dies kein Problem. Hingegen wird es im Falle von Athleten mit 100 oder mehr kg langsam schwierig, das Protein über den Tag sinnvoll zu verteilen, insbesondere bei zwei Trainingseinheiten pro Tag. Kann man die Proteinmenge in einer Portion in solchen Fällen einfach erhöhen, oder würde dies zu einer grösseren Sättigung führen mit geringerer Energieeinnahme in folgenden Mahlzeiten?
Methode
- 10 junge Männer, sowohl kraft- wie auch ausdauertrainiert, im Schnitt 1.82 m & 81 kg
- 4 Versuchsvarianten, randomisiertes crossover Design, einzelblind
- 1 h nach standardisiertem Frühstück Einnahme eines Shakes mit 20, 40, 60 oder 80 g Molkenprotein, kein geschmacklicher Unterschied zwischen Shakes
- Messung von Hunger/Sättigung vor und während 3 h nach Einnahme des Shakes
- Ad libitum Buffet 3 h nach Einnahme des Shakes
Ergebnisse
- Unmittelbar nach Einnahme der Shakes war das Hungergefühl um 50-65 % gesenkt, kein signifikanter Unterschied zwischen den Shakes
- Ad libitum Buffet: Energieeinnahme 4.2-4.6 MJ, kein signifikanter Unterschied zwischen den Shakes
Kommentar
Die Einnahme von Molkenprotein in Form eines Shakes hat sozusagen das Hungergefühl halbiert, das bei den australischen Studenten eine Stunde nach dem üblichen australischen Frühstück auftrat (Weissbrot, Butter, Milch, Fruchtsalat, Erdnussbutter und …Vegemite). Somit gilt die allgemeine Aussage, dass Protein eher stark sättigt, auch für das Molkenprotein. Interessanterweise gab es aber keine Abhängigkeit der Sättigung von der Menge des Proteins. Somit können bei Bedarf auch grössere Portionen an Molkenprotein eingeplant werden, ohne dass eine stärkere Senkung des Appetits zu befürchten wäre. Dies erleichtert die Mahlzeitenplanung für schwere Athleten.
Literatur