Nach einem intensiven sportlichen Training steigt die Synthese des Muskelproteins an. Dies kann durch gezielte Zufuhr an Nährstoffen optimiert werden. Welche Rolle spielt in diesem Zusammenhang Alkohol?
Bei einem moderaten täglichen Konsum an Alkohol sieht man im Vergleich zu einem hohen oder gar keinen Konsum ein etwas geringeres Risiko der Gesamtmortalität. Im Sport gilt aber Alkohol als problematisch, insbesondere in der Erholungsphase. Es soll die Resynthese von Muskelglycogen senken und die mentale Leistungsfähigkeit am Folgetag reduzieren. Auch bezüglich Synthese des Muskelproteins gibt es negative Hinweise. Es wurden aber bislang nur wenige Studien hierzu durchgeführt. In der aktuellsten dieser Studien wurden nun erstmalig auch Frauen untersucht.
Methode
- 10 junge Männer und 9 junge Frauen, krafttrainiert (2 oder mehr Trainings pro Woche seit mehr als 6 Monate)
- 2 Versuchsvarianten (Alkohol und Placebo) randomisiertes crossover Design, einzelblind
- 6 Sets Kniebeugen, geführt, 10 Wiederholungen mit 80 % Maximalgewicht, 2 min Pausen
- 10 min nach Training, innerhalb von 10 min entweder Placebo- oder Alkoholgetränk
- Alkoholmenge wurde auf fettfreie Masse bezogen: Männer ca. 75 g, Frauen ca. 50 g
- Muskelbiopsien vor, 3 und 5 h nach Training
Ergebnisse
- Bein den Männern kein Anstieg der mTORC1 Aktivierung 3 h nach dem Training
Kommentar
Die Aktivierung des mTORC1 ist ein zentraler Schritt bei der Erhöhung der Muskelproteinsynthese nach einem Krafttraining. Bleibt die Aktivierung aus, wird die Synthese des Muskelproteins kaum angekurbelt. Die Ergebnisse dieser Studie suggerieren auf dem ersten Blick, dass Alkohol die Aktivierung des mTORC1 blockiert. Aber nur bei Männern und nicht bei Frauen. Einen wirklichen Grund für das Ausbleiben des Effekts bei den Frauen konnten die Autoren nicht nennen. Bedenkt man zudem, dass die eingesetzte Menge an Alkohol schon fast jenseits von Gut und Böse war (entsprechend gut 7 Glas Wodka bei den Männern und 5 bei den Frauen, innert 10 Minuten getrunken!), lässt das Ergebnis dieser Studie durchaus Fragen bezüglich ihrer Anwendbarkeit offen. Denn wer regelmässig 7 oder 5 Wodka nach dem Training trinkt, müsste sich nicht primär um die Muskelproteinsynthese Sorgen machen…
Literatur
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