Die Kohlenhydratzufuhr während sportlicher Belastung ist bereits oft untersucht worden. Heute werden unterschiedliche Mengen an Kohlenhydraten, mehrheitlich in Abhängigkeit der Belastungsdauer empfohlen. Aber dennoch sind noch diverse Fragen zur optimalen Dosierung ungeklärt.

Die aktuellen Empfehlungen bei der Kohlenhydratzufuhr während der Belastung liegen im Bereiche 30-90 g/h. Der Trend der letzten Jahre geht dabei in Richtung grössere Kohlenhydratmengen mit steigender Dauer der Belastung. Und bei grösseren Mengen soll das Vorhandensein von sowohl Glucose als auch Fructose wichtiger werden. In der vorliegenden Studie wurde der Bereich von 0-60 g/h untersucht.

Methode

  • Geblindet, placebo-kontrolliert, randomisiert
  • Varianten: 2x Angewöhnung an Belastungstests (Familiarisierung), 4x Intervention
  • Kohlenhydrate-Intervention: 0, 20, 39, 64 g/h (Mischung von Glucose Mono- & Polymeren)
  • Test: 120 min konstant radeln nahe Laktatschwelle + Zeitfahren (+/- 30 min dauernd)
  • 20 ausdauertrainierte Probanden (VO2max: 62 +/- 9 mL/kg/min)

Dauer Zeitfahren

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Kommentar

Dass Kohlenhydratzufuhr während längeren Belastungen die Leistung im Ausdauerbereich erhöhen kann, ist nicht neu. Die vorliegenden Ergebnisse zeigen aber schön auf, dass man es bei der Dosierung nicht allzu exakt nehmen muss. Und dass mehr nicht prinzipiell besser ist. 40-60 g/h sind somit eine gute Option bei Belastungen um die 2-3 Stunden.

Bei einer solchen Belastung stellt sich die Frage, ob eine Mischung von Glucose und Fructose nicht zu einer noch grösseren Verbesserung der Leistung geführt hätte.  Es ist aber auch nachvollziehbar, dass keine weitere Variante eingefügt wurde. Denn es ist schon bemerkenswert, dass 20 Probanden total 6 Varianten mitgemacht haben. Ein solcher Versuch mit 7 Varianten wäre wohl ein Weltrekord gewesen…

 

Literatur

Newell ML, Hunter AM, Lawrence C, Tipton KD, Galloway S, D R. The Ingestion of 39 or 64.g.h-1 of Carbohydrate is Equally Effective at Improving Endurance Exercise Performance in Cyclists. Int J Sport Nutr Exerc Metab 2014. In Press.