Vitamine gehören zu den beliebtesten Supplementen und bei wasserlöslichen Vitaminen herrscht immer noch der Glaube, dass sie aus Prinzip harmlos sind. Glaube und Fakten sind aber manchmal nicht deckungsgleich. Jedenfalls nicht im Falle von Vitamin C.
Zu hohe Vitaminmengen müssen – wie bei allen anderen Nährstoffen auch – als prinzipiell problematisch eingestuft werden. Beim Vitamin C wurde schon mehrfach beobachtet, dass eine hohe Einnahme Trainingseffekte negativ beeinflusst. In dieser Studie suchte man nach möglichen Ursachen.
Methode
- 37 anständig ausdauertrainierte Männer und Frauen (VO2max: Männer ca. 60 und Frauen ca. 50 mL/kg/min; 23 ± 2 J.)
- Placebo-kontrolliert, doppelblind, 1. Gruppe = Placebo, 2. Gruppe = Supplement
- Supplement: 1000 mg Vitamin C + 235 mg Vitamin E pro Tag, an Ruhetagen Hälfte am Morgen/am Abend, an Trainingstagen Hälfte vor/nach dem Training
- 11 Wochen „anständiges“ progressives Ausdauertraining, 4 Trainings pro Woche
- Analyse diverser antioxidativer Substanzen sowie Marker von muskulärer Stressantwort
Ergebnis
- Kein Einfluss der Supplementierung auf die trainingsbedingten Anpassungen im antioxidativen System
- Höhere mRNA Expression diverser Marker für muskuläre Stressantwort bei Supplementierung
Kommentar
Antioxidative Vitamine werden im Sport als Gegenmassnahme zum oxidativen Stress, der während intensiven Belastungen auftritt, eingenommen. Dabei wird ausser Acht gelassen, dass vielleicht gerade dieser oxidative Stress mitverantwortlich für das Auslösen von trainingsbedingten Effekten ist… Hier wurde gezeigt, dass eine massive Einnahme von Antioxidantien (Vitamin C rund 10x und Vitamin E 15-20x höher als tägliche Empfehlung) keinen Einfluss auf die eintretenden Veränderungen im antioxidativen System als Folge eines Trainings hatte. Hingegen gab es zumindest eine indirekte Erklärung, weshalb nach solchen Supplementierungen die Trainingseffekte schlechter ausfallen können. Die höhere mRNA Expression von Markern zur muskulären Stressantwort deutet darauf hin, dass das Training weniger gut toleriert wurde. Eine mögliche Folge, gemäss den Autoren, ist eine schlechtere Erholung während intensiven Trainingsphasen.
Der Link zu negativen Effekten von Vitamin C und E Gaben ist hier zugegebenermassen nur indirekt. Er entspricht aber den Ergebnissen anderer Studien, wo effektiv schlechtere Trainingseffekte beobachtet wurden. Da es jedenfalls nix Positives als Folge der Supplementierung gab, muss man bei der Empfehlungen bleiben: Keine hochdosierte Einnahme von Vitamin C (und E) im Sport.
Literatur