Bei warmer und feuchter Umgebungstemperatur ist eine Kühlung des Körpers eine der Strategien zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit. Während ursprünglich die äusserliche Kühlung des Körpers mit beispielsweise Kühlwesten die Methode der Wahl darstellte, nutzt man seit geraumer Zeit auch den kühlenden Effekt von Crushed Ice. Entsprechende Studien wurden aber bislang nur mit Männern durchgeführt.

Auch wenn die Volksmeinung von kalten Getränken zur Kühlung bei warmen Sommertagen abrät, so senkt bereits die Einnahme von kalten Getränken die Körpertemperatur. Setzt man anstelle eines Getränkes sogar (zerstückeltes) Eis ein, das Crushed Ice, meist in Form eines Ice Slushy oder Slurry, wird der kühlende Effekt noch grösser. Der Grund ist rein physikalischer Natur. Ein eiskaltes Getränk ohne Eis erwärmt sich sofort durch den Kontakt mit dem warmen Körper und kann daher nur beschränkt kühlen. Eis muss hingegen noch geschmolzen werden, bevor es zur eiskalten Flüssigkeit wird. Somit hat Eis eine zusätzliche kühlende Kapazität im Vergleich zur entsprechenden Menge an eiskalter Flüssigkeit. In der vorliegenden Studie wurde nun zum ersten Mal untersucht, ob auch bei Frauen die Senkung der Körpertemperatur nach Einnahme von Crushed Ice zu messen ist und ob die bei Männern häufig einhergehende Verbesserung der Leistung ebenfalls messbar ist.

Methode

  • 9 Frauen aus Teamsports, bescheiden trainiert (2-3 Trainings, inkl. Spiel pro Woche)
  • ca. 500 g Crushed Ice (-0.5 °C) in rund 3 Portionen während 30 min eingenommen vs. gleiche Menge an Wasser (25 °C).
  • Sofort nach diesen 30 min Beginn intermittierender Test (Serien von kurzen, maximale Sprints gefolgt von Pausen zwischen 20 und 100 s)
  • Intermittierender Test: 2 x 36 min mit 6 min „Halbzeitpause“, auf dem Veloergometer bei 33 °C und 60 % relativer Feuchtigkeit
  • Während Tests und Halbzeitpause: definierte Menge an Wasser (25 °C)
  • Messung von Körpertemperatur, Leistung, Belastungsempfinden

Ergebnis

  • Körpertemperatur rund 0.7 °C tiefer mit Crushed Ice, über ganze Testdauer hinweg
  • Kein Unterschied bei Leistung oder Belastungsempfinden

Kommentar

Eine Senkung der Körpertemperatur ohne einhergehende Änderung der Leistungsfähigkeit wurde auch schon bei intermittierenden Tests mit Männern beobachtet. Daher sind die Ergebnisse der vorliegenden Studie nicht erstaunlich. Hingegen darf gefragt werden, ob für Teamsportler(innen) die Wahl eines intermittierenden Sprinttests auf dem Velo eine clevere Wahl ist…

Insgesmat sieht es jetzt so aus, dass ein positiver Effekt von Crushed Ice eher bei Ausdauerleistungen vorliegt. Die Autoren haben aber einen weiteren, interessanten Punkt in der Diskussion ihrer Ergebnisse angesprochen. Es ist denkbar, dass bei weniger hoher Wärmebelastung die kognitive Entscheidungsfähigkeit länger auf einem hohen Niveau erhalten bleibt. Dies könnte im Teamsport gegen Ende eines Spiels in der Wärme zu weniger Fehlentscheidungen führen. Ohne Entsprechende Untersuchung bleibt dies aber vorerst „nur“ eine interessante Idee.

Literatur

Zimmermann MR, Landers GJ. The effect of ice ingestion on female athletes performing intermittent exercise in hot conditions. Eur J Sport Sci 2014:1–7.