Der Begriff «Supplement» wird im Sport rege genutzt. Er kommt aber in der Schweiz in den rechtlichen Verordnungen über Lebensmittel nicht vor. Diese Verordnungen kennen hingegen die Begriffe «Lebensmittel für Sportlerinnen und Sportler» und «Nahrungsergänzungsmittel», die aber ihrerseits in der Praxis nicht gerade üblich sind.

In der Sporternährung nutzt man die Einteilung des Australian Insititute of Sports:

  • Sportnahrung dient dabei als Überbegriff für Produkte, die Energie oder Protein liefern und als praktischer Ersatz von üblichen Nahrungsmitteln eingesetzt werden können. Diese Definition wurde kürzlich ins Schweizer Gesetz aufgenommen für die Lebensmittel für Sportlerinnen und Sportler.
  • Supplemente sind hingegen Produkte, die eher in kleineren Mengen portioniert angeboten werden (Kapseln, Tabletten).

Da Sportnahrung immer wieder zu den Supplementen gerechnet wird, erscheint die Bezeichnung «Sportnahrung» und «weitere Supplemente» am sinnvollsten. Aus Traditionsgründen und weil viele Leute Sportnahrung wie Sportgetränke als Supplement betrachten, listen wir die Sportnahrung dennoch im Supplementguide .

Lebensmittel für Sportlerinnen und Sportler werden in vier Kategorien eingeteilt:

  • Produkte zur Energiebereitstellung
  • Produkte mit einem definierten Gehalt an Vitaminen und Mineralstoffen oder anderen für Sportlerinnen und Sportler relevanten Stoffen
  • Protein- und Aminosäurenpräparate
  • eine Kombinationen der obigen Produktegruppen

Verordnung des EDI über Lebensmittel für Personen mit besonderem Ernährungsbedarf (VLBE) vom 16. Dezember 2016 (Stand am 1. Mai 2017)

...sind Lebensmittel, die dazu bestimmt sind, die normale Ernährung zu ergänzen. Sie bestehen aus Einfach- oder Mehrfachkonzentraten von Vitaminen, Mineralstoffen oder sonstigen Stoffen mit ernährungsspezifischer oder physiologischer Wirkung und werden in dosierter Form in Verkehr gebracht. Sie dürfen nur vorverpackt in Verkehr gebracht werden und müssen zur Aufnahme in abgemessenen kleinen Mengen, in Form von Kapseln, Pastillen, Tabletten, Pillen oder anderen ähnlichen Darreichungsformen oder in Form von Pulverbeuteln, Flüssigampullen, Flaschen mit Tropfeinsätzen oder ähnlichen Darreichungsformen von Flüssigkeiten und Pulvern, angeboten werden.

Verordnung des EDI über Nahrungsergänzungsmittel (VNem) vom 16. Dezember 2016 (Stand am 1. Mai 2018)

Wann Supplemente einsetzen?

Ihr Name definiert bereits ihren Einsatz. Supplemente sollen ergänzen und nicht primär ersetzen. Wer Supplemente nutzen will, befolgt idealweise folgende Checkliste. Sie hat zum Ziel,

  • die Gesundheit nicht zu beeinträchtigen
  • die Leistungsfähigkeit zu optimieren
  • die Gefahr von positiven Dopingtests zu minimieren.

Checkliste für den Einsatz von Supplementen

  1. Ernährung ist abgestimmt auf individuelle Situation
  2. Supplement ist ausgewählt gemäss aktueller individueller Situation
  3. Supplement ist frei von verbotenen Substanzen (Merke: Im Falle von verunreinigten Supplementen trägt der Athlet alleine die volle Verantwortung)

Alle 3 Punkte der Checkliste erfordern viel Fachwissen in Sporternährung. Es ist daher ratsam, vor dem Einsatz von Supplementen eine Fachperson in Sporternährung zu konsultieren. Generelle Informationen zur Sporternährung gibt es hier.

Können Supplemente gefährlich sein?

Todesfälle aufgrund der Einnahme von Supplementen kommen vor, sie sind aber sehr selten. Die wesentlichen Gefahren bei einer nicht überlegten Nutzung von Supplementen sind viel eher:

  • versprochener Nutzen ist nicht wahr
  • Verschwendung von finanziellen & zeitlichen Ressourcen
  • leistungsmindernd aufgrund falschen Einsatzes des Supplementes
  • positive Dopingtests aufgrund von kontaminierten Produkten

Die Bedeutung von Supplementen im Sport wird oft überschätzt. Während wenige Supplemente als sinnvoll für den Einsatz im Sport eingestuft werden können (Supplementguide), ist der Nutzen der allermeisten Supplemente nicht wissenschaftlich belegt.